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04.05.2012 Naturschutz und Landschaftspflege in Dortmund

Die Ausweisung und Entwicklung der Dortmunder Naturschutzgebiete geht wesentlich auf die Initiative des ehrenamtlichen Naturschutzes zurück. Ohne die jahrelangen Bemühungen des Deutschen Bundes für Vogelschutz – heute Naturschutzbund Deutschland – wäre z.B. die Hallerey zwischen Dorstfeld und Marten nicht unter Naturschutz gestellt worden. Reinhold Neugebauer betreute dieses Gebiet seit 1965. Er hat mit umfangreichem Datenmaterial wertvolle Anregungen zur Entwicklung und Pflege dieses insbesondere für die Vogelwelt und für Amphibien überregional bedeutsamen Bergsenkungsgebietes gegeben, das 1977 unter Schutz gestellt wurde.

Umfassende faunistische und botanische Untersuchungen des Stadtgebietes unter Federführung des Biologen und langjährigen Vorsitzenden des Landschaftsbeirates Dr. Heinrich Blana in den 1980er Jahren waren Grundlage für die Unterschutzstellung weiterer 15 Gebiete, die später in den Dortmunder Landschaftsplänen Nord (1990), Mitte (1995) und Süd (2002) rechtlich gesichert wurden. Der landesweit beachtete "Bioökologische Grundlagen- und Bewertungskatalog für die Stadt Dortmund" war ein Gemeinschaftswerk ehrenamtlicher Naturschützer und enthält wichtige Daten zum Vorkommen von Brutvögeln, Pflanzen, Kleinsäugern sowie Amphibien und Reptilien. Die Unterschutzstellung weiterer Gebiete – vorwiegend Wälder - im Jahr 2005 hatten Mitglieder des Landschaftsbeirates bei der Landesanstalt für Ökologie in Recklinghausen angeregt. Die Idee wurde vom Umweltamt aufgegriffen und umgesetzt.

In Dortmund sind u.a. folgende Gremien, Institutionen und Verbände ehrenamtlich für den Schutz und die Pflege der Landschaft tätig:

  • Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde
  • Landschaftswacht
  • Naturschutzverbände.

 Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde

Zur unabhängigen Vertretung der Belange von Natur und Landschaft gibt es in Nordrhein-Westfalen Landschaftsbeiräte, die die Landschaftsbehörden in Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege beraten. Die Beiräte bei den unteren Landschaftsbehörden sind dabei auf der Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte angesiedelt (in Dortmund beim Umweltamt), die Beiräte bei den höheren Landschaftsbehörden bei den Bezirksregierungen und der oberste Beirat beim Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW.

Die Beiräte bestehen aus je 16 Mitgliedern, von denen 8 auf Vorschlag der Naturschutzverbände (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland - BUND, Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW - LNU, Naturschutzbund Deutschland - NABU) und 8 auf Vorschlag der so genannten Nutzerverbände (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Jagd und Fischerei, Imker, Sport) von den Kreistagen bzw. Stadträten für eine Kommunalwahlperiode gewählt werden. Vorsitzender in Dortmund ist Prof. Dr. Lothar Finke von der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW.

Die Mitglieder der Beiräte sind ehrenamtlich tätig. Sie sind an Weisungen, Aufträge und Richtlinien der Landschaftsbehörde nicht gebunden.

Neben der Beratung der Landschaftsbehörden vermitteln die Beiräte der Öffentlichkeit die Absichten und Ziele von Landschaftspflege und Naturschutz und wirken Fehlentwicklungen in der Landschaft (z.B. Bauvorhaben in ökologisch kritischen Bereichen) entgegen. Sie sind bei der Aufstellung von Landschaftsplänen, Bauleitplänen und dem Erlass von Baumschutzsatzungen zu hören. Die für jedes Naturschutzgebiet zu erlassenen Pflege- und Entwicklungspläne müssen dem Beirat vorgelegt werden.

In Dortmund haben Mitglieder des Beirates in Kooperation mit dem Umweltamt umfangreiche Daten zur Überarbeitung des Biotopkatasters der Landesanstalt für Ökologie bereit gestellt und Vorschläge für die Neuausweisung von Naturschutzgebieten gemacht. Der Beirat achtet darauf, dass die Stadt Dortmund ihren gesetzlichen Verpflichtungen zur Entwicklung und Pflege der Naturschutzgebiete nachkommt und erstellt hierzu jährlich einen Katalog besonders wichtiger Landschaftspflegemaßnahmen.

Der Beirat tagt achtmal im Jahr; die Sitzungen sind öffentlich und finden im Rathaus statt. Tagesordnungen und Protokolle können im Internet eingesehen werden (www.landschaftsbeirat.dortmund.de).

Landschaftswacht

Zur Unterstützung der unteren Landschaftsbehörde gibt es in Dortmund ehrenamtlich tätige Landschaftswächter (Beauftragte für den Außendienst), die auf Vorschlag des Landschaftsbeirates vom Umweltamt für 23 Bezirke im Außenbereich bestellt werden und gegenüber der Behörde weisungsgebunden sind. Die Landschaftswächter sollen der Landschaftsbehörde nachteilige Veränderungen und Verstöße in ihrem Bezirk (z.B. Störungen in Natur und Landschaft, freilaufende Hunde, Müllablagerungen, wildes Angeln) mitteilen und Bürger beraten und aufklären, damit Schäden von Natur und Landschaft abgewendet werden. Sie sind damit sowohl Mittler zwischen Behörde und Landschaft als auch zwischen Landschaft und Bevölkerung. Einige Landschaftswächter kartieren seit vielen Jahren die Tier- und Pflanzenwelt von Naturschutzgebieten und bieten Führungen an.

Die Landschaftswächter kommen in der Regel aus den Verbänden, die auch im Landschaftsbeirat vertreten sind (u.a. Naturschutzverbände, Jäger, Imker), müssen aber keinem dieser Verbände angehören. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich als Landschaftswächter bewerben. Die für die einzelnen Bezirke zuständigen Landschaftswächter können beim Umweltamt erfragt werden.

Naturschutzverbände

In Dortmund gibt es mehrere Verbände und Vereine, die sich um die Erhaltung und Entwicklung von Naturschutzgebieten kümmern. Im Wesentlichen sind dies die drei nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz anerkannten Naturschutzverbände

- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
- Naturschutzbund Deutschland (NABU)
- Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU).

Diese Vereine müssen u.a. an der Aufstellung und Änderung von Landschaftsplänen beteiligt werden. Darüber hinaus haben sie Mitwirkungs- und Klagerecht bei Planungen, die mit Landschaftseingriffen verbunden sind. Mitglieder dieser Verbände kartieren die Tier- und Pflanzenbestände, machen Vorschläge für die Entwicklung und führen Pflegemaßnahmen (z.B. Mähen von Wiesen) in den Naturschutzgebieten durch. Zum Teil haben die Verbände Patenschaftsverträge mit der Stadt Dortmund abgeschlossen.

Der BUND unterhält Patenschaften im Naturschutzgebiet "Auf dem Brink" in Kemminghausen und für einen geschützten Landschaftsbestandteil im Wannebachtal. Wiesen werden dort regelmäßig gemäht und dadurch die Standorte seltener Pflanzen gesichert. Mit seinem Apfelsaftprojekt leistet der BUND einen Beitrag zur Erhaltung von extensiv gepflegten Streuobstwiesen in der Stadt.

Mitglieder des NABU betreuen die Hallerey, das Dellwiger Bachtal, das Ölbachtal und den Lanstroper See. Neben Kartierungen findet in der Hallerey jährlich im Frühjahr eine Müllsammelaktion statt.

Im Jahr 2004 hat der NABU-Stadtverband mit dem Dortmunder Brutvogelatlas eine flächenhafte Bestandsaufnahme der Vogelwelt in Dortmund herausgegeben.

Der LNU gehören mehrere Einzelverbände an, z.B. die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (AGARD), der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Die AGARD betreut den Steinbruch Schüren, kartiert stadtweit die Bestände von Amphibien und Reptilien und stellt zur Laichzeit Amphibienschutzzäune an Straßen auf. Auf Initiative der AGARD konnte im Jahr 2002 nach langjährigen Bemühungen die Aplerbecker Waldstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. Seit 2005 steht der gesamte Aplerbecker Wald unter Naturschutz.

Der SGV unterhält Patenschaften für geschützte Landschaftsbestandteile wie Steinklippenweg und Nathebachtal. Die SDW betreut Teile des Naturschutzgebietes "Im Siesack" in Mengede.

Die Botanik AG Östliches Ruhrgebiet kartiert die Pflanzenwelt in Dortmund und hat auf dieser Basis Vorschläge für Naturschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile erarbeitet.

Die enge Kooperation zwischen ehrenamtlichem und amtlichem Naturschutz ist die Voraussetzung für die langfristige Erhaltung und Entwicklung der Naturschutzgebiete.


Was steht an?

  • 6.5.2017, 11:00 Uhr: Ökologisch Kochen mit dem BUND
  • 14.5.2017, 10:45 Uhr: Wanderung "Rund um Barop"
  • 18.5.2017, 19:00 Uhr: BUND-Monatstreffen
 

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