Sie befinden sich hier:

22.02.2011 Luftreinhalteplan Ruhrgebiet-Ost - Hohe Stickstoffdioxidbelastung

Handlungsbedarf sieht der BUND in Sachen Luftreinhaltung in Dortmund, insbesondere bezüglich der Stickstoffdioxidbelastung. Während die Feinstaubbelastung an den Messstellen Brackeler Straße, Steinstraße und Evinger Straße in den letzten drei Jahren erheblich abgenommen hat (z.B. Brackeler Straße 2007: 83 Überschreitungstage, 2010: 27 ÜT), zeigt sich bei Stickstoffdioxid (NO2) eine besorgniserregende Entwicklung.

Der seit 2010 geltende Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m3) werde nicht nur an 4 der 5 vorhandenen Messstationen Brackeler Straße, Evinger Straße, Steinstraße, Westfalendamm und Rheinlanddamm überschritten, sondern nach Simulationsrechnungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auch an über 30 weiteren Straßenzügen, u.a. Mallinckrodtstraße, Immermannstraße, Ruhrallee, Bornstraße, Schützenstraße, Märkische Straße, Rheinische Straße, Faßstraße.

Etwa ein Drittel dieser Straßenzüge liegt außerhalb der derzeit gültigen Umweltzone berichtete das LANUV während der ersten Projektgruppensitzung zum Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Ost am 20.1.2011 in Arnsberg.

Nach Aussagen des LANUV sind 12 Prozent aller Straßenzüge als kritisch bzw. hoch belastet zu betrachten. Gegenüber 2006 ist ein Anstieg der Stickstoffdioxidbelastung um 3 % zu verzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, nimmt je 15 µg/m3 um 50 % zu, so das LANUV.

Vor diesem Hintergrund hält es der BUND für dringend erforderlich, die Umweltzone auszudehnen und auch die gesamte Nordstadt und den Hafen einzubeziehen. „Die Gesundheit der Menschen muss Vorrang haben vor kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen“, so BUND-Kreisgruppensprecher Thomas Quittek mit einem Seitenhieb auf die Wirtschaftslobby, die derzeit Front macht gegen eine Ausdehnung der Umweltzone.

Der BUND fordert eine zusammenhängende große Umweltzone zwischen Dortmund, Bochum und Castrop-Rauxel. In diese sollten - wie in Berlin - nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette einfahren dürfen („grüne“ Umweltzone).

Des weiteren regt der BUND ein Routenkonzept für die weiträumige Umlenkung des überregionalen Lkw-Verkehrs auf das Autobahnnetz, die Lkw-Maut auf der B 1 sowie eine effizientere Organisation des Lieferverkehrs (City-Logistik) an. In der Umweltzone sollte auch aus Gründen der Verkehrssicherheit flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden. In der Nordstadt würde dies z.B. für die Immermannstraße und Mallinckrodtstraße gelten.

Neben dem Straßenverkehr müssen nach Auffassung der BUND aber auch die anderen Verursacher betrachtet werden. Von den in Dortmund pro Jahr ausgestoßenen 7.700 Tonnen Stickstoffdioxid entfallen auf den Verkehr 48 %, auf die Industrie und Kraftwerke 40 % und auf Kleinfeuerungsanlagen 12 %. Von den 514 Tonnen in Dortmund emittierten Feinstäuben (PM10) stammen 57 % aus dem Verkehr, 32 % aus Industrie und Kraftwerken und 11 % aus Kleinfeuerungsanlagen.

Die Stadt solle z.B. bei Bauvorhaben Aufträge vorrangig an Firmen vergeben, die ihre Baumaschinen mit Rußfiltern ausrüsten. Osterfeuer und Feuerwerke sollten nur noch in Ausnahmefällen zugelassen werden.

Der BUND gehört neben Wirtschaftsverbänden und Behörden zum Teilnehmerkreis der Projektgruppe „Luftreinhalteplan Ruhrgebiet-Ost“, die bei der Bezirksregierung Arnsberg gebildet wurde. Die erste Sitzung fand am 20.1.2011 statt, die zweite ist für den 10.3.2011 terminiert.


Was steht an?

  • 19.10.2017, 19.00 Uhr - Monatstreffen im Bildungsforum
  • 16.11.2017, 19.00 Uhr - Monatstreffen im Bildungsforum (für Neulinge)
  • 9.12.2017, 11-15 Uhr - Ökologisches Kochen (ausgebucht)
 

Der BUND Dortmund sucht

Bewerbungen hier

 

Nachhaltige Hilfe für die Dortmunder Natur

Unterstützen Sie unsere Arbeit, werden Sie Mitglied.

Weitere Informationen

 
BUNDfalter
 

Jetzt zum Ökostrom- anbieter wechseln!

Atomausstieg selber machen
 

Metanavigation: