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04.05.2012 BUND fordert von DEW und SPD sofortigen Ausstieg aus Beteiligung an Alttechnologie Kohlekraftwerk Hamm

Als umwelt- und gesundheitspolitisch unverantwortlich bezeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Beteiligung der Dortmunder Energie und Wasser (DEW) am Gemeinschaftskraftwerk (Gekko) Hamm und die Unterstützung durch SPD und CDU im Aufsichtsrat der DEW.

Die DEW will sich am RWE-Steinkohlekraftwerk (1600 Megawatt) in Hamm mit 107 Mio Euro beteiligen. "Eine nicht mehr zeitgemäße Dreckschleuder" so der Umweltexperte Dieter Güttmann von der BUND-Kreisgruppe Dortmund. Die beiden neuen Kraftwerksblöcke C und D werden 8,9 Mio Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Selbst wenn der elektrische Wirkungsgrad tatsächlich 46 % erreichen sollte, werden immer noch fast 40 % der erzeugten Wärme über die Kühltürme ungenutzt an die Atmosphäre abgegeben.

Im Gegensatz dazu erreicht ein modernes GuD-Kraftwerk (Kombikraftwerk) einen elektrischen Wirkungsgrad von etwa 57 % und bietet sich daher als Übergangslösung an, bis ein vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien möglich ist.

Nach Inbetriebnahme der neuen Blöcke C und D soll der alte Block C (284 MW) erst vier Jahre später (2014) vom Netz genommen werden. Der erhebliche Zubau neuer Kraftwerkskapazität bei nur geringer Abschaltung bestehender erhöht den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen und gesundheitsschädlichen Feinstäuben (derzeit 100 Tonnen pro Jahr) deutlich. Dies ist keine "bösartige Kritik", wie DEW-Chef Engelhardt meint, sondern eine schlichte Tatsache.

Die zustimmende Haltung der Dortmunder SPD-Ratsfraktion zur DEW-Beteiligung am Kohlekraftwerk in Hamm widerspricht ihren eigenen Zielsetzungen zum Klimaschutz (z. B. Ratsbeschluss mit den Grünen vom 14.6.2007). Während sich SPD-Bundestagsabgeordnete wie Hermann Scheer und Marco Bülow für eine Energiewende einsetzen, beabsichtigen die Dortmunder Sozialdemokraten einen Rückfall in die Stein(Kohlen-)zeit. Wie wenig zukunftsorientiert dies ist, wird deutlich, wenn man sich die Ergebnisse des Potsdamer Klimasymposiums vom 10.10.2007 ansieht. 50 prominente Wissenschaftler (darunter 15 Nobelpreisträger) haben einen Appell zu radikalen Klimaschutzmaßnahmen formuliert, in dem sie fordern, die Treibhausgase bis zum Jahr 2050 mindestens zu halbieren.

Unabhängig von der Frage, ob ein Ratsbeschluss zur DEW-Beteiligung erforderlich ist, fordert der BUND die Ratsfraktionen (insbesondere die SPD) und ihre Mitglieder im DEW-Aufsichtsrat bzw. in der Gesellschafterversammlung auf, umweltfreundliche Alternativen zur Beteiligung am Hammer Kohlekraftwerk zu prüfen.

Mit der Beteiligungssumme von 107 Mio Euro sollten Investitionen im regenerativen Bereich getätigt werden. Die von der DEW geplante Erhöhung auf 20 % Ökostrom ließe sich so mit eigenen Anlagen verwirklichen. Der jetzt geplante europaweite Zukauf bringt ökologisch betrachtet keine Verringerung des gesamten CO2-Ausstoßes, solange keine neuen regenerativen Anlagen gebaut werden.


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