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27.04.2012 Artenschutz - ein Überblick

Artenschutz umfasst den Schutz und die Pflege bestimmter, aufgrund ihrer Gefährdung als schützenswert erachteter, wild lebender Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Vielfalt (Artenvielfalt) durch den Menschen. Hierdurch unterscheidet sich der Artenschutz vom Tierschutz, bei dem Menschen das individuelle Tier um seiner selbst willen schützen wollen. Gegenstand des Artenschutzes sind dem gegenüber natürliche Populationen der von ihm zu schützenden Zielarten. Ist diese Population lebensfähig, sind Tod und Verlust von Individuen hinnehmbar. Artenschutz bezieht sich im Prinzip ausschließlich auf wild lebende Tier- oder Pflanzenarten. Vergleichbare Bemühungen bestehen auch für selten werdende Nutztierrassen oder alte Obst- und Getreidesorten. Übergreifendes Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversität).

Seit 1966 werden Rote Listen gefährdeter Arten erstellt, durch die versucht werden soll, den Grad der Gefährdung von Arten zu beziffern. Artenschutzprogramme zielen auf den Schutz meist einer einzelnen gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Art ab.

Einen Überblick über das Artenschutzrecht findet sich auf den Seiten des Dortmunder Umweltamtes.

14.12.2013 Artenverluste in Dortmund - Stand: 2013

In den 1950er und 60er Jahren gingen vor allem Arten spezieller Lebensräume, die bei uns schon damals sehr selten waren, verloren. Damals gab es noch Reste von Heidegebieten im Dortmunder Norden, in denen sogar Kreuzottern und Schlingnattern lebten. Auch der Laubfrosch gehörte damals zu den bei uns heimischen Arten. Doch Autobahn- und Siedlungsbau zerstörten die letzten Heidebiotope und Laichgewässer - die Arten starben bei uns aus.

Gegen Ende der 1960er Jahre verschwanden dann die anspruchsvolleren Arten der Feldflur. Im Osten der Stadt brüteten Grauammer, Wachtelkönig, Wachtel und Braunkehlchen. Die sucht man heute bei uns vergeblich. Damals begannen die großen Flächenverluste in Brackel und Wickede. Leider setzt sich die Entwicklung bis heute fort. Heute stehen selbst früher häufige und verbreitete Arten der Feldflur wie Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche, Schafstelze oder Wiesenpieper unmittelbar vor dem Aussterben. Gründe sind weitere Flächenverluste, die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Wege, die enorme Intensivierung der Landwirtschaft und nicht zuletzt die zahlreichen Störungen der Bodenbrüter durch Spaziergänger mit Hunden. Früher kam niemand auf die Idee, bestellte Äcker zu betreten, heute dienen die vielerorts als Hundeauslaufflächen – inklusive Herrchen oder Frauchen! Leider sollen in den letzten halbwegs intakten Räumen im Dortmunder Norden wie Groppenbruch und Brechtener Niederung jetzt auch noch Windräder gebaut werden. Das wäre dann des endgültige aus für Kiebitz, Feldlerche und Co.

Es dürfen deshalb keine weiteren Flächen mehr versiegelt oder zerschnitten werden, z.B. durch Straßenbauprojekte wie die OWIIIa. Auch für den Menschen sehr problematische Faktoren wie Luftverschmutzung und die Belastung der Böden und des Grundwassers wirken sich negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt aus.

Doch nicht alle Ursachen liegen bei uns. Viele Vogelarten sind auf dem Zug sehr gefährdet und werden in Ländern wie Zypern, Malta oder Ägypten gnadenlos gejagt. Doch auch die Jagd in Dortmund sorgt für enorme Störungen gerade unter rastenden Wasservögeln. Auch der Klimawandel trägt sicherlich zum Artensterben bei.

Doch bei allen negativen Entwicklungen gibt es auch Lichtblicke: Eine der positivsten Entwicklungen der letzten Jahre ist der Umbau der Emscher und ihrer Nebenbäche von Kloaken zu sauberen Fließgewässern. Nie zuvor waren Eisvogel und Gebirgsstelze in Dortmund so häufig. Im renaturierten Dellwiger Bach findet man heute sogar Feuersalamander. Besonders begeistert sind die Dortmunder Vogelkundler vom Emscherlauf bei Deusen und vom Phoenixsee. An der Emscher bei Deusen überwintern inzwischen mehr als 2.000 Wasservögel, vor allem Enten. Auch der Phoenixsee ist inzwischen als Brut-, Rast- und Überwinterungsgewässer über die Grenzen Dortmunds bekannt, hier konnten selbst Seltenheiten wie Seidenreiher, Eiderenten und Drosselrohrsänger nachgewiesen werden.

Erich Kretzschmar

P.S. Ein Übersichtsartikel aus der Westfälischen Rundschau findet sich hier.


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