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Feinstaubbelastung in Dortmund: Nur gezieltes und flächendeckendes Verkehrskonzept hilft der Stadt weiter

Bereits 33 mal (Stand: 31.3.2005) wurde an der Brackeler Straße (Borsigplatz) seit dem 1. Januar 2005 der EU-weit geltende Feinstaubgrenzwert überschritten. 35 Überschreitungen sind pro Kalenderjahr erlaubt. In den nächsten Tagen zieht Dortmund an Düsseldorf vorbei auf den ersten Platz. In Düsseldorf werden seit Wochen Minderungsmaßnahmen ergriffen. Die Brackeler Straße wird daher wohl als erste in NRW die 35er-Hürde reißen. Um die Gesundheit der Anwohner vor den extrem gefährlichen Partikeln zu schützen, fordert der BUND die Bezirksregierung und die Stadt auf, bereits Mitte April den angekündigten Aktionsplan mit verursachergerechten und sofort wirksamen Maßnahmen vorzulegen.

Der Aktionsplan muss auch schon Lösungen für andere betroffene Straßenabschnitte wie die Steinstraße (19 Überschreitungen), Münsterstraße/Evinger Straße (8 Überschreitungen) und weitere eng bebaute Straßenzüge über 20.000 Kfz/Tag (z.B. Rheinische Straße) enthalten. In diesem Aktionsplan müssen die Verursacher ermittelt und die Maßnahmen bewertet werden. Die bisher diskutierten Vorschläge hält der BUND für unzulänglich, da sie nur punktuell und ohne Gesamtkonzept seien. Dortmund müsse nach Düsseldorf schauen, wo vermutlich ab 1.6.2005 das erste kommunale Fahrverbot für Dieselfahrzeuge ohne Filter verhängt werde.

Dr. Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND Landesverbandes NRW: "Wie viele Großstädte leidet auch Dortmund unter der Blockade der deutschen Autoindustrie, die sich lange gegen den serienmäßigen Einbau von Rußfiltern gewehrt hat." Für den BUND hilft da aber nicht die Nassreinigung von Straßen weiter, sondern die Ausweisung einer Umweltzone für die Dortmunder Innenstadt mit Fahrverboten für die Hauptverursacher, die Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter. Zweitens müssen aber auch die zum Teil hausgemachten Verkehrsprobleme angegangen werden, die zu hohen Lkw- und Pkw-Mengen führen, deren Reifen-, Straßen- und Bremsabrieb sowie die Staubaufwirbelung etwa die Hälfte der Verkehrsbelastung ausmachten.

Weitere Maßnahmen benennt Thomas Quittek, Sprecher der BUND-Kreisgruppe Dortmund: In Dortmund müssen durch Pförtnerampeln, Umlenkung des überregionalen Lkw-Verkehrs auf den Autobahnring A 1 / A2 / A45 (inkl. Maut auf der B 1) und Förderung des Umweltverbundes der motorisierte Verkehr reduziert werden. "Völlig kontraproduktiv ist dagegen der Neubau von Straßen wie OW IIIa (L 663n) nach Unna, der zusätzlichen Verkehr auf den Borsigplatz lenken würde." Auch die geplanten Umgehungsstraßen über das Westfalenhütten- und Klönne-Gelände führten lediglich zur Verteilung der Feinstäube. In diesem Zusammenhang sei auch der vierspurige Ausbau der Hohen Straße zur Fußball-WM 2006 ein Fehler.

Der BUND schlägt folgendes Maßnahmenkonzept vor, das die Partikelbelastung etwa halbieren und zusätzlich den Reifen-, Straßen-, Bremsabrieb aller Fahrzeuge und die Feinstaubaufwirbelung absenken würde.

Einrichtung einer Umweltzone in Dortmund, die zunächst die Innenstadtbezirke einschließt: In dieses Luftreinhaltegebiet dürfen Dieselfahrzeuge nur mit Partikelfilter einfahren oder wenn sie mindestens die Abgasnorm Euro 3 erfüllen (ab Juli 2007: Euro 4, ab Januar 2010: Euro 5). Die Fahrzeuge sind so bald wie möglich durch eine Plakette zu kennzeichnen. Diese Maßnahme wirkt dauerhaft und flächendeckend auf die direkten Partikeleintragungen, aber auch auf die städtische Hintergrundbelastung. Sie zielt direkt auf die Verursacher und bewirkt die weitaus stärkste Minderung der Feinstaubbelastung aller Maßnahmen (etwa minus 30%). Vorbild kann hier Düsseldorf sein, das z.Z. die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen prüft.

Ausrüstung des städtischen Fuhrparks (inkl. DSW-Linienbusse und EDG-Fahrzeuge) mit Partikelfiltern.

Reduzierung des Lkw-Verkehrs:

  • weiträumige Umlenkung des überregionalen Lkw-Verkehrs auf das Autobahnnetz (Routenkonzept)
  • Lkw-Maut auf der B 1
  • effizientere Organisation des Lieferverkehrs
  • Geschwindigkeitsdämpfung des verbleibenden Verkehrs (Tempo 30)

 Reduzierung des Pkw-Verkehrs:

  • Pförtnerampeln z.B. an der Brackeler Straße/Im Spähenfelde und Mallinkrodtstraße/Sunderweg
  • organisierte Mitfahrgemeinschaften aller innerstädtischer Betriebe
  • Vorziehen der Maßnahmen zur Förderung des Umweltverbundes aus dem Masterplan Mobilität (u.a. Stadtbahn ins Gebiet Phoenix-West, Mobilitätszentrale, Aufnahme Dortmunds in die AG fahrradfreundliche Städte)
  • Verzicht bzw. Zurückstellen von Straßenbauinvestitionen zu Gunsten des Umweltverbundes

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  • 14.5.2017, 10:45 Uhr: Wanderung "Rund um Barop"
  • 18.5.2017, 19:00 Uhr: BUND-Monatstreffen
 

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